Barnim-Schüler auf historischem Spaziergang mit Schülern aus Israel

Kurz nachdem sie ihre Klausur geschrieben hatten (!), trafen 12 Schüler*Innen der 11ten Klassen gemeinsam mit Frau Dr. Strauß und Herrn Zweiniger an der Gedenkstätte Hohenschönhausen auf 26 Gymnasiasten und deren Lehrer vom Leo Baeck-Gymnasium aus Haifa/Israel, um sie anhand der Stolpersteine mit der Verfolgung und Vernichtung der Juden zwischen 1933 -1945  in unserem Bezirk vertraut zu machen.

Die Barnim- Schüler haben im letzten Schuljahr in WPU Geschichte 10 die Namen einiger Holocaustopfer näher recherchiert und schließlich die Verlegung von 6 Stolpersteinen in Alt-Hohenschönhausen mit initiiert und im Juni schließlich gemeinsam mit dem Künstler Gunter Demnig durchgeführt.

Nun berichteten sie den israelischen Gästen im besten Englisch von den bewegenden Schicksalen der zumeist ermordeten Mitbürger. Die Jugendlichen aus Haifa waren sehr interessiert und aufgeschlossen - nach kurzer Zeit waren alle Annäherungsängste überwunden und rege Diskussion im Gange.

Gemeinsam mit der Stolpersteinbeauftragten des Bezirkes, Frau Poetzsch, trafen wir uns abschließend am Erinnerungsstein der Synagoge in der Konrad-Wolf-Straße, um dort Blumen niederzulegen.

Ein bewegender und intensiver Nachmittag musste schließlich enden, da unsere Gäste noch die East-Side-Gallery und die Synagoge in der Oranienburger Straße auf ihrem Programm hatten.

Dank an alle Teilnehmer für diese wunderbare Begegnung!

Und vielleicht können wir ja demnächst einen Gegenbesuch nach Israel organisieren?

Empfang der Gäste an der Gedenkstätte Hohenschönhausen

Führung entlang der Stolpersteine (Große-Leege-Straße)

Intensive Gespräche

Eine Rede von Frau Poetzsch

Blumen zum Gedenken

Abschlussbild am Gedenkstein der Synagoge Konrad-Wolf-Straße

 


 

Stolpersteine in Hohenschönhausen

„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist.“ (aus dem Talmud)

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Fotos: Matthias Kalweit

Zur Erinnerung an die Hohenschönhausener Bürger

Willi und Erna Kolitz

Jakob, Margot und Herbert Klein

Bertha Glaser,

die während der NS-Zeit deportiert und ermordet wurden,

verlegten wir am 16. Juni 2018 in der Großen-Leege-Straße und in der Konrad-Wolf-Straße Stolpersteine

Die Schülerinnen und Schüler der WPU-Geschichtskurse der 10. Klassen (J. Kroh, R. Strauß, K. Zweiniger)

Gedenkbroschüre

 


 

Stolpersteine – ein Projekt gegen das Vergessen:

Erforschung des NS-Widerstands im Bezirk Lichtenberg- Hohenschönhausen

durch das Barnim-Gymnasium

Stolpersteinverlegung am 21.03.2017 für Brunhilde Prelle, Wartenbergstraße 33

„Stolpersteine“ sind 96x96x100 große Betonklötze, die eine Messingtafel tragen, auf der am letzten bekannten Wohnort von Verfolgten oder Ermordeten der NS- Zeit an deren Leben erinnert wird. Mit insgesamt 60 000 Steinen ist es das weltweit größte dezentrale Mahnmal.

Am 21.03.2017 verlegte der Künstler Gunter Demnig, der Initiator des Projektes, gemeinsam mit SchülerInnen des Barnim- Gymnasium in der Wartenbergstraße 33 (zwischen Ostkreuz und Frankfurter Allee) einen Stolperstein für die Widerstandskämpferin Brunhilde Prelle. => Link zu Projektseite bei www.stolpersteine-berlin.de

Wie mutig musste man sein, gegen Hitler Widerstand zu leisten?

Was konnte man tun? Wo wurde in unserem Bezirk Widerstand geleistet?

Diese Fragen waren der Ausgangspunkt für die Erforschung des Lebens von Brunhilde Prelle durch SchülerInnen des GK Geschichte KL. 12 unter Anleitung von Herrn Zweiniger.

Hilde Prelle war eine junge Frau, die für den Widerstand ihre Familie aufgab, ab 1939/40 für die kommunistische „Gruppe Uhrig“ Flugblätter gegen den Krieg kopierte und in ihrer Wohnung Alfred Kowalke, einen gesuchten Widerstandsorganisator, unterbrachte. Sie und 200 weitere Oppositionelle wurden - verraten durch einen Spitzel - 1942 verhaftet. 80 von ihnen überlebten die Verhöre, die Haft nicht oder wurden 1944 hingerichtet.

Hilde Prelle überlebte geschädigt die Verhöre in Berlin, Landsberg und das Konzentrationslager Ravensbrück, da sie von ihren Kameraden entlastet wurde. Sie starb 1984 in der DDR.

Die Tatsachen, dass Lichtenberg ein Zentrum des Arbeiterwiderstandes war und dass – wie Hilde Prelle- wahrscheinlich jeder Mensch aktiv etwas gegen Hitler tun konnte, waren wichtige  Erkenntnisse unserer Recherche. (=> ausführlicher Bericht zur Biografie von Hilde Prelle und dem Widerstand in Lichtenberg)

Besondere Unterstützung erfuhren wir  von Sophia Schmitz von der Berliner Stolpersteininitiative e.V., die Materialrecherche, Organisation der Verlegung sowie Sponsorensuche des Stolpersteins managte. Dank auch an Frau Poetzsch von der Stolpersteininitiative Lichtenberg-Hohenschönhausen, die unsere Erinnerungsarbeit seit diesem Schuljahr mit unterstützt.

Mit Texten zu Hilde Prelle, dem „Solidaritätslied“ sowie der „Ode an die Freude“ gestalteten am 21. 03.2017 schließlich die SchülerInnen des Ensemblekurses Musik Kl.11 zur Verlegung des Steins in Anwesenheit Gunter Demnigs eine musikalisch-literarische Performance.

K. Zweiniger

Bereits im Dezember 2006 beteiligten sich Schüler und Schülerinnen unserer Schule im Rahmen einer Unterrichtsreihe zum Nationalsozialismus am Projekt Stolpersteine. In Zusammenarbeit mit Licht-Blicke e.V. - Netzwerk für Demokratie und Toleranz - erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler der damaligen Klassen 10d und 10g exemplarisch die Lebensläufe von sieben Opfern der nationalsozialistischen Diktatur. Sie wurden in Auschwitz und Treblinka ermordet. Grundlage für die Arbeit in den Klassen bildete, neben dem Unterricht in der Schule, ein Besuch im Haus der Wannseekonferenz und der Deportationsrampe am Bahnhof Berlin-Grunewald. Mit diesen Hintergrundinformationen rekonstruierten die Schülerinnen und Schüler aus den heute noch verfügbaren Archivalien sowie publizierten Gedenkbucheinträgen und Zeitzeugeninterviews die Biographien der Opfer und stellten diese zu einer Rede anlässlich der Einweihung der Stolpersteine zusammen.

Am 19. Januar 2007 wurden die Steine im Rahmen einer feierlichen Zeremonie in Berlin-Lichtenberg eingeweiht. Die Ansprache zur Einweihung der Stolpersteine, bei der die Biographien der Opfer vorgestellt wurden, sowie die Niederlegung von Blumen im Gedenken an die Opfer, wurden von den Schülerinnen und Schülern vorgenommen. Bei dieser Feier waren neben den beiden Klassen und Studierenden der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft auch der Fachlehrer der Klassen, der Schulleiter des Barnim-Gymnasiums, der Dekan der Ingenieurwissenschaftlichen Fakultät der Fachhochschule sowie die Bezirksbürgermeisterin von Berlin-Lichtenberg anwesend und richteten Grußworte aus.

 

 

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